Nachdem wir in den letzten Tagen den längsten Aufenthalt an einem Campingplatz hatten und dann auch noch den Großteil der Wäsche gewaschen haben, mussten wir eine Menge Aufräumen und in den Taschen neu organisieren. Da unser Zug bereits um 10:47 ab Velden geht, stehen wir bereits um 8 Uhr auf und packen alles zusammen. Um 10 Uhr geht es dann Richtung Velden.
Die Zugfahrt
Ich muss an dieser Stelle die ÖBB in den höchsten Tönen loben. Davon kann sich die Bahn eine Menge abschauen. Ein sehr sauberer Bahnhof Velden, der Zug rollt ein, eine große Schiebetür öffnet sich und der Schaffner nimmt uns die Räder ab und verstaut sie. Er fragt uns noch kurz, ob Bad Gastein nachwievor unser Ziel ist, dann nehmen wir unsere Packtaschen und suchen uns ein Abteil. Die Zugfahrt verläuft problemlos, einzig der lange Stop in Villach ist etwas nervig. Es geht gut bergauf in Richtung Hohe Tauern, dann der Tunnel und ehe wir uns versehen, werden uns in Bad Gastein die Räder gereicht. Ahja, hatte ich erwähnt, dass uns der Transport einen Euro pro Rad gekostet hat?

Auf zu Camping Bertahof
Die rund 4 Kilometer zu unserem Campingplatz sind gespickt mit schönen Aussichten und Sonderbarkeiten. Nach 300 Metern stehen wir vor einem Parkhaus, die Route führt direkt hindurch. Da ein Schild auf Bezahlung an der unteren Ausfahrt hinweist, gehen wir mal davon aus, dass es Absicht ist hier durchgeführt zu werden. Wir fahren Stockwerk um Stockwerk tiefer. Insgesamt drehen wir 10 Runden in dem Betonklotz, so etwas hatten wir auch noch nicht. Direkt daneben stürzt sich ein Wasserfall in die Tiefe. Mehre heruntergekommene Bauten sind abgesperrt und sollen wohl, wie die Beschilderung verheißt, bald renoviert werden für ein neues Gastein.

Entlang der Strecke halten wir immer wieder an und lassen die Aussicht auf uns wirken. Bad Gastein liegt noch 100 Meter oberhalb des restlichen Tals, sodass man von hier aus einen tollen Ausblick auf unsere morgige Strecke hat. Im Westen erheben sich, nun näher als je zuvor, die hohen Tauern. Ich liebe sie einfach! Wir bewegen uns am östlichen Talrand und haben so einen guten Blick auf die Berge. Aber auch von hier kreuzen immer wieder Bachläufe unseren Weg.

Am Campingplatz
Der Campingplatz Bertahof ist mal wieder einer dieser unerwarteten Perlen der östereichischen Campinglandschaft. Die Sanitäranlagen samt Rezeption und Aufenthaltsraum wurden jüngst erst hochwertig renoviert und auf den neusten Stand gebracht. Die Aussicht ist absolut traumhaft. Wenn wir könnten, würden wir länger hier blieben.
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben, macht Christian sich auf den Weg in die Alpentherme, um sich einen Nachmittag Saunazeit vom Feinsten zu gönnen. Ich verbringe den Nachmittag am Campingplatz mit Lesen, Hörbuch hören und entspannen.
Am Abend mache ich mich ins 4 Kilometer entfernte Bad Hofgastein auf und suche mir eine schöne Österreichische Wirtschaft für ein gutes Abendessen.
Meine Wahl fällt auf das Restaurant Goldbergstüberl. 1984 von Familie Löschenbrand eröffnet und seither familiär geführt bekomme ich hier sehr leckere, frische, österreichische Deftigkeit serviert. Ich entscheide mich für einen Schweinerücken mit leckerer Soße. Alles sehr fein zubereitet, ich lasse es mir schmecken!

Die Alpentherme
Der Nachmittag in der Alpentherme ist entspannend, wie zu erwarten war. Wir haben uns letztes Jahr schon einmal einen Tag hier gegönnt. Preiswert ist das Vergnügen zwar nicht, dafür bekommt man aber eine Saunaanlage mit 8 Saunen, 2 Dampfbädern und einem Laconium, einem auf ca. 40 Grad temperierten Raum mit gedämpftem Licht zum Entspannen.
Mein Favorit ist die Kristall-Sauna. Von dort hat man einen atemberaubenden Ausblick auf das Gasteiner Tal, und den künstlich angelegten Kristallsee, ein See mit Thermalwasser gefüllt. Leider fällt das Aufgussprogramm Corona zum Opfer und es gibt auch noch ein paar andere Einschränkungen. Das tut der Entspannung aber keinen Abbruch. Im Vergleich zu NRW sind die Einschränkungen hier auch sehr moderat. Ziemlich überraschend werde ich um 20:30 aus der Therme „gekehrt“. Bei uns haben Thermen in der Regel bis 22 oder 23 Uhr geöffnet. Hier anscheinend nicht 😉
Morgen geht es dann direkt weiter durch das Gasteiner Tal und auf zum Zeller See. Beim Seecamp haben wir im letzten Jahr einen sehr schönen Aufenthalt gehabt.
Ein wirklich beeindruckender Bericht. Auch was die Unterschiede AU-D angeht. So malerisch die Fotos. 🌄Ihr habt eine so schöne Hochzeitsreise, deren Erinnerung euch ein lebenlang erhalten bleibt.👬💓
Da bekommt man sofort Lust auf Urlaub.
Macht euch eine schöne Zeit. Wir freuen uns mit euch!😊
Liebe Grüße Adrian und Mirko
Ach cool, ich war genau in gegengesetzter Richtung unterwegs. Bad Gastein war mal der Ort mit den meisten Gran Hotels…da das aber nicht mehr dem Zeitgeist entspricht, stehen einige leer.
Den etwas morbiden Charme von Bad Gastein gibt es zum Nachgruseln noch in der ZDF Mediathek: Mordwasser