Seit 7 Tagen sind wir jetzt schon in Norwegen und haben bisher etliche Kilometer gemacht und viele schöne Dinge gesehen.

Aber der Reihe nach. Heute vor 7 Tagen hat Phillip mich vom Flughafen in Oslo abgeholt. Wir haben die erste Nacht auf einem Parkplatz neben einem See verbracht. Natürlich waren wir hier nicht alleine. Die Norweger selbst sind auch gerne mit Wohnwagen oder Camper unterwegs. Trotzdem hatten wir unsere Ruhe, da der nächste Campingfreund ca. 50m von uns entfernt war.

In der ersten Nacht muss man sich erstmal wieder an das Schlafen im Bulli gewöhnen. Man hat weniger Platz als zu Hause, liegt aber ziemlich bequem. Das erste Gemeinsame Frühstück haben wir dann morgens in der Sonne genossen, frischen Kaffee eingeschlossen. Phillip hat zu meiner Überraschung zwei normale Kaffeebecher aus Porzellan und einen Milchaufschäumer besorgt, so steht dem morgendlichen Cappuccino nichts mehr im Wege.

Gegen späten Vormittag haben wir uns in Richtung Oslo aufgemacht. Wir hatten einen kostenlosen Parkplatz oberhalb Oslos und sind mit den Rädern in die Stadt gefahren. Oslo ist eine nette Stadt, die einiges zu bieten hat. Wir haben einen kleinen Stadtrundgang gemacht und haben uns anschließend auf den Weg zu einem Nortrip-Bauernhof gemacht. Nortrip ist, für alle die es noch nicht kennen, ein Buch in dem Bauernhöfe gelistet sind, auf denen man eine Nacht kostenlos stehen kann. Sehr empfehlenswert!

Unser Video aus Schweden und Oslo

Der zweite Morgen begann auch sonnig, das sollte aber nicht so bleiben… Auf dem Weg nach Kristiansand fängt es zwischendurch immer wieder an zu regnen, und die Fahrt zieht sich wie Kaugummi. Ein Vorgeschmack auf alle Fahrten in Norwegen. Hier muss man Zeit mitbringen. Auf Landstraßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, diese erreicht man aber nicht so häufig. Dafür wird man mit toller Landschaft entlohnt.

Der Regen kommt

Kristiansand wird wegen des Wetters geskippt. Man braucht ja auch was zum Wiederkommen. Die Nacht verbringen wir, wieder einmal an einem See, gemeinsam mit Spaniern, Franzosen, Deutschen und Norwegern. Das Essen fällt auch etwas spartanisch aus, es gibt Nudeln mit Pesto und Salat. Lecker ist es trotzdem.

Weiter nach Stavanger

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Stavanger. Phillip sucht uns einen kostenlosen Parkplatz an der Marina heraus und wir fahren mit den Fahrrädern in die Stadt. Die Stadt ist klein und niedlich, aber auch hier spielt das Wetter leider nicht mit. Wir brauchen schon Regensachen, um in die Stadt zu fahren. Nach einer kleinen Sightseeingtour inkl. Kreuzfahrtschiff direkt in der Altstadt geht es zurück zum Auto. Der Regen ist mittlerweile so stark, dass selbst die Gullys überlaufen. Wir steigen durchnässt ins Auto und fahren zu einem Campingplatz, ca. 20 Minuten von der Stadt entfernt. Hier können wir warm duschen und unsere Sachen waschen.

Die Iona legt in Stavanger ab

Bergen – die schönste Stadt bisher

Nach einer durchregneten Nacht geht es weiter nach Bergen. Das Wetter ist nun deutlich besser, und Bergen ist auf jeden Fall eine Reise wert. Der Stadtteil Brygge besteht komplett aus Holzhäusern in den verschiedensten Farben mit schönen, kleinen Gässchen mit Holzdielen als Bodenbelag. Wir schauen uns noch die Festung an, und suchen uns dann an einem See einen schönen Platz für die Nacht. Den Abend lassen wir ausklingen, indem wir unseren Grill anwerfen.

Bergen

Der Sognefjord

Nachdem wir ausgeschlafen haben, setzen wir unsere Tour fort. Heute steht unter anderem der Sognefjord auf dem Programm – der tiefste Fjord Norwegens.

Frühstück am See

In einer kleinen Stadt setzen wir uns an den Strand und genießen den Sonnenschein. Hier trifft sich jung und alt, genießt die Abkühlung im Wasser, oder den Blick auf den Fjord.

Nachdem wir eine Weile die Aussicht genossen haben, möchten wir zum Stegastein-Lookout, ein Aussichtspunkt mit tollem Blick auf den Fjord. Auf der Hälfte des Weges kommen uns diverse Autos entgegen, die uns zu verstehen geben, dass heute kein Herauffahren möglich ist. Zu Gut ist das Wetter, die kleine Straße ist hoffnungslos überlastet. Wir kehren also um und fahren weiter. Auf der anderen Seite des Berges werden wir jedoch mit einem Parkplatz und toller Aussicht belohnt.

Auf nach Runde

Am nächsten Morgen schauen wir uns das Dörfchen Marifjøra an und fahren dann zur Insel Runde. Dank eines Tipps von Silvia kommen wir hier her. Hier soll es Papageientaucher geben, das können wir uns nicht entgehen lassen. Wir ergattern den letzten Platz auf dem Campingplatz und richten uns gemütlich ein. Nach dem Abendessen gehen wir schließlich auf die Wanderung zu den Vogelgebieten. Da es lange hell ist, müssen wir uns keinen Zeitstress machen.

Der Weg ist steil, lässt sich aber ganz gut bewältigen. Oben angekommen finden wir eine gewaltige Kolonie von Papageientauchern. Es gibt hier Ende Juli noch mehrere hundert, wenn nicht sogar tausende von Papageientauchern. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel. Ganze Schwärme fliegen ihre Runden und suchen Nahrung, sitzen in den Steilhängen, putzen sich, oder genießen die wärmende Abendsonne. Auf dem Rückweg gehen wir komplett die Steilküste entlang. Der Ausblick aufs Meer ist einfach atemberaubend schön. Die goldene Stunde macht ihrem Namen alle Ehre.

Marifjøra und Runde

Leider ist nun auch schon die Hälfte unseres gemeinsamen Norwegen Tripps überschritten und wir haben uns schon um die Rückreise gekümmert. So viel sei verraten, wir werden nicht den ganzen Weg mit dem Auto zurückfahren, sondern uns einen Teil des Weges chauffieren lassen. Mehr dazu in Teil 2.

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