Nach einer ruhigen Nacht und einem durchschnittlichen Frühstück geht es wieder aufs Rad. Die ersten Kilometer führen in die falsche Richtung, ich möchte mir noch einmal Meran ansehen.

Die Innenstadt ist wirklich herrlich. Am Kurhaus lädt eine Promenade mit Blumen und Palmen zum flanieren ein, direkt daneben die Passer. Getaucht wird das alles in feinsten Sonnenschein. Hier ist es um 10 Uhr morgens bereits angenehm warm. Das veranlasst mich dazu einen Zwischenstopp im DM einzulegen und mir Sonnencreme zu kaufen.

Jetzt aber los. Der Weg führt an der Passer entlang bis zur Bahn, dort geht es durch einige, wirklich hässliche, Unterführungen bis ich an der Pferderennbahn ankomme. Von dort ist es noch etwa 2km aus der Stadt raus. Kaum lässt man diese hinter sich, steht man wieder in den Apfelplantagen.

Apfelplantagen kurz hinter Meran

Von hier aus schlängelt sich der Weg zwischen Etsch und Bahnlinie talabwärts. Die Sonne brennt ganz ordentlich. Nach ca. 25km erreiche ich den Abzweig nach Bozen. Um nach Trient zu kommen, tangiert man Bozen nur ganz kurz. Ich nehme den Umweg in Kauf. Schließlich will ich wissen, ob Bozen wirklich schön ist.

Der Radweg führt jetzt an der Eisack flussaufwärts. Fast komplett vom Autoverkehr getrennt kommt man bis in die Innenstadt. Hier überzeugte mich Meran deutlich mehr. Aber man merkt, dass Boten die Provinzhauptstadt von Südtirol ist. Man bekommt hier alles was das Herz begehrt, Kunst, Kultur, Shopping, alles dabei. Dazu noch große Freiflächen entlang der beiden Flüsse. Auch hier kann man bestimmt gut leben.

Bozen umgeben von Bergen

Nach dem angeblich besten Kaffee der Stadt (war nicht so toll) geht es weiter. Wen. Ich wirklich bis Trient kommen will, sind es noch über 50km. Mal schauen, ob das was wird. Erstmal geht’s den gleichen Weg zurück bis zur Etsch. Hier folgt man dieser wieder flussabwärts. Aber etwas ist anders: Der Wind, an hier hat man stetigen Gegenwind, der das Vorankommen nochmals verlangsamt.

Der angeblich beste Kaffee der Stadt. Dafür war das Brioche sehr lecker

Bei einem Zwischenstopp bemerke ich, dass sich etwas in meinem Schaltwerk verfangen hat. Gar nicht so einfach zu lösen, ohne sich komplett die Hände schmutzig zu machen.

Ein Seil hatte sich im Schaltwerk verfangen und gut um ein Lager gewickelt. 

Das Tagesziel Trient ist noch weit entfernt und der Umweg nach Bozen hat auch zusätzliche Kilometer verschlungen. Ich entscheide mich also, mir eine Unterkunft ca. 20km vor Trient zu suchen. Der rausgesuchte Bauernhof geht weder ans Telefon, noch antwortet er auf Mails, also nehme ich kurzerhand das Comfort Hotel Erica in Salurn.

Angekommen, stellt es sich als Glücksgriff heraus. Das Zimmer ist riesig, mit einem modernen Bad und einer Couch im Wohn- / Schlafzimmer. Abgerundet wird das Paket mit einem Balkon mit Blick in die Berge. Da ich keine Lust habe rauszugehen, entscheide ich mich für das Hotelrestaurant. Es gibt ein 3-Gänge-Menü für 19€. Vollkommen akzeptabel und super lecker.

Ausblick vom Hotelbalkon

Morgen steht dann die letzte Etappe auf dem Weg an. Gardasee, ich komme!