Den kompletten gestrigen Abend hat es durchgeregnet, so dass ich sehr froh bin, diesmal nicht im Zelt schlafen zu müssen. Die Nacht im Hotel war sehr angenehm, auch wenn das Zimmer etwas hellhörig war. Am Abend ertönte dann noch kurz der Feueralarm — ein Fehlalarm.
Das Frühstück wurde bei allen Rezensionen als hervorragend angepriesen, dementsprechend gespannt war ich am Morgen. Es war keine Übertreibung. Leckerer, frisch im Siebträger zubereiteter Kaffee, eine große Brot- und Brötchenauswahl, Kuchen, Pancakes, frisches Rührei nach Wunsch und eine riesige Saftauswahl. Wer also mal nach Sterzing kommt, ich habe da einen Tipp.

Gegen 10 Uhr geht es auf Rad. Die ersten Kilometer führen durch die Innenstadt von Sterzing, anschließend geht es nach Gasteig raus. Kurz vor dem Campingplatz vom letzten Jahr führt der Weg an den Fluss. Nach ca. 10km kommt dann das erste Offroad-Stück. Steil den Berg hinauf auf einem matschigen Wiesenweg. Keine Chance da im Sattel hochzukommen. Also ist schieben angesagt.
Durch das Ratschingsertal
Der Weg endet auf der Straße nach Ratschings. Dieser folge ich durch das Ratschingsertal für weitere 7 km. Das Tal bietet eine sehr schöne Aussicht, der Regen von gestern hat sich verzogen. Was bleibt ist eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit bei brennender Sonne. Im T-Shirt ist es noch zu kalt, mit Jacke fast schon wieder zu warm.
Irgendwann zweigt die Route wieder von der Straße ab. Hier kann man sich entscheiden: Den Berg hochstrampeln, oder die Seilbahn nehmen.
Auf 2000 Metern ist es kühl
Oben angekommen ist es empfindlich kühl. Die Jacke braucht man bei 12-13 Grad auf jeden Fall. Die letzten 250 Höhenmeter stehen an. Der Weg gibt auch hier leider kein durchgängiges Fahren her. Also wechsle ich immer wieder zwischen schieben und fahren.
Je weiter es nach oben geht, desto atemberaubender wird der Ausblick. Südtirol hat einfach eine sagenhaft schöne Bergwelt. Ringsum bleibt der Blick an schönen Hängen und teilweise wolkenlosem Himmel hängen. Von 2030m geht es jetzt bergab, mit Blick auf schneebedeckte Gipfel in der Ferne.
Die Aussicht fesselt mich so sehr, dass ich nicht mal merke, dass mein neuer Tacho weg ist… oben hatte ich ihn doch noch am Lenker. Also gut 40 Höhenmeter wieder hinauf und suchen. Zum Glück liegt er einfach auf dem Weg im Gras.
Abwärts geht’s über Serpentinen
Jetzt geht es nur noch bergab nach St. Leonhard im Passeier. Komoot möchte wieder den rutschigen, am Abgrund langführenden Wiesenweg nehmen. Ohne mich. Ich entscheide mich für Geschwindigkeit. Mit knapp 50 km/h geht es über mehrere Serpentinen bergab. 1300 Höhenmeter werden so in kürzester Zeit wieder „vom Konto abgezogen“.

Unten angekommen brennt die Sonne mit 24 Grad vom Himmel. Die letzten Wolken haben sich verzogen. Von hier geht es an der Passer entlang in Richtung Meran. Der Weg wechselt immer zwischen Schotter und Asphalt und lässt sich durchweg gut fahren. Die Ausschilderung ist auch super. Dieses Tal muss auf die „Will ich mir nochmals ansehen“ Liste. Generell steht Südtirol ganz oben auf der Liste für das nächste Jahr.
Positive Überraschung – Meran
In Meran angekommen bin ich von der Schönheit der Stadt echt überrascht. Am Kurhaus gibt es eine mit Blumen und Palmen gesäumte Promenade, das Panorama ist einfach wunderschön. Hier scheint es sich sehr gut leben zu lassen.

Ich suche mir ein Hotel und checke ein. Diesmal ist es nicht ganz so hübsch, aber für eine Nacht wird es schon gehen. Am Abend fahre ich nochmals in die Innenstadt. Hier soll es ein sehr empfehlenswertes Braulokal geben. Die Schlange am Eingang verspricht schon mal gutes. Nach 10 Minuten warten habe ich einen Platz im Biergarten. Dieser ist im Innenhof und komplett mit Sonnenschirmen überdacht. Wirklich schön und richtig lecker!
Morgen geht es dann weiter in Richtung Bozen / Trient. Mal schauen, wie weit ich komme.


















Das sind ja wieder fantastische Aussichten, zu denen du uns mit nimmst. Was für ein Glück, dass du deinen Tacho noch gefunden hast und den Verlust nicht erst unten bemerkt hast.
Was bitte sind Lichtfänger?
Liebe Grüße und weiterhin eine so schöne Tour!
Hey Mandy, ich war auch sehr froh, dass ich nicht so weit zurück musste. Lichtfänger sind diese bunten Plexiglasscheiben auf dem Bild. Die leuchten auch bei ganz wenig Licht noch schön intensiv bunt 😊