Nachdem ich gestern mein Ziel am Schlegeisstausee nicht erreicht habe, stehen mir heute theoretisch knapp 2000hm bevor. Eine für mich utopische Aufgabe. Es gibt also 2 Alternativen:
- Heute nur bis zum Schlegeisstausee fahren und dort eine Zwischenübernachtung machen.
- Mit dem Bus zum Schlegeisstausee fahren und von dort übers Pfitscherjoch
Da die Wettervorhersage in den Höhen Neuschnee voraussagt, entscheide ich mich für die Variante 2.
Nach dem Frühstück in der Pension geht’s los zum Bahnhof Mayrhofen. Von hier soll der Bus um 10:10 zum Schlegeisstausee fahren. Ich warte ca. 10 Minuten, mit ca. 15 anderen Leuten. Von der Menge her sollte sich das im Bus gut ausgehen.
Was nun?
Der Bus kommt an, und hält direkt vor mir. Triumphierend denke ich schon an das Pfitscherjoch. Dann die ernüchternden Worte: Das Radl kann nicht mit. Und jetzt? Alle Planungen für die Katz…
Enttäuscht überlege ich, was zu tun ist: Doch mit dem Rad hoch? Oder aber: Ich nehme die Zillertalbahn zurück nach Jenbach. Alles auf Anfang. Noch einmal von vorn, aber irgendwie anders.

Also besorge ich mir ein Ticket und fahre mit der Zillertalbahn nach Jenbach. Dort habe ich eine Stunde Aufenthalt, an einem Sonntag. Irgendein Café in der Stadt wird schon aufhaben, oder etwa nicht? Das einzige geöffnete Café ist das im Bahnhof. Für einen Espresso und ein Croissant ist es aber ganz ok.
Südtirol, ich komme!
Nach der Stunde Aufenthalt steige ich in den Zug Richtung Innsbruck, um von dort weiter zum Brenner zu fahren. Ich erinnere mich noch gut an die Strapazen vom letzten Mal. Diesmal chauffiert mich die Bahn.
Oben angekommen beginnt es zu regnen. Ich mache einen kurzen Abstecher zum Brenner Outlet und kaufe mir ein neues Fleece. Diesmal aus Merinowolle. Die riecht wenigstens nicht, wenn man schwitzt. Zu meiner Freude gibt es im Outlet einen Loacker Shop. Leider habe ich nicht viel Platz und muss mich auf 2 Dinge beschränken. Warum nur habe ich den kleinen Rucksack mitgenommen…?

Aber da ich nicht zum Shoppen hier bin, ziehe ich mir die Regensachen an und steige aufs Fahrrad. Die Route ist bestens bekannt. Mit einem leichten Gefälle geht es auf der ehemaligen Brennerbahn ins Tal. Nicht der direkte, aber der angenehmste Weg.

Fast im Tal angekommen mache ich einen kleinen Zwischenstopp. Ihr ahnt es sicherlich, das beste Eis Südtirols liegt auf meiner Strecke. Ich Glückspilz.

Während ich mir draußen unter der Markise das Eis und den Espresso schmecken lasse, schaue ich dem Regen zu. Wo übernachte ich eigentlich heute? Der ursprüngliche Plan war in Ratschings, gute 15km noch. Ich suche nach Hotels und finde nur sehr exklusive Hotels für mehr als einhundert Euro pro Nacht. Das ist doch etwas außerhalb meines Preisrahmens.
Die letzten Kilometer
Ich erweitere die Suche und finde ein Hotel in Sterzing, direkt am Anfang der Fußgängerzone. Der Preis ist inklusive Frühstück und das soll angeblich sehr üppig und gut sein. Ich bin gespannt. Schnell gebucht geht es im strömenden Regen die letzten Kilometer ins Tal. An der Rezeption wird nach der Anreise gefragt. „Bis auf den Regen sehr gut“ ist meine Antwort. Dies wird nur mit einem trockenen „Da hatten sie ja die Full Experience“ kommentiert. Ich glaube hier kann man sich wohlfühlen.
Morgen geht’s dann auf der ursprünglichen Route weiter.
„Alles auf Anfang. Noch einmal von vorn, aber irgendwie anders.“ Herrlich! Viele Wege führen nach Rom. Und, der Weg ist das Ziel. Und auf diesem jenen Weg liegen dann noch so tolle Köstlichkeiten wie Loacker choco&nuts und das beste Erdbeereis weit und breit. Alles richtig gemacht, würde ich sagen.