Heute steht unsere letzte Wanderung mit 20 Kilo Gepäck an. Wir wandern, wie schon angekündigt zurück zu unserem Ausgangspunkt Hesteyri. Der Weg ist laut Karte wieder unmarkiert, sodass wir auf unser GPS Gerät angewiesen sind. Zudem startet er gut 100 Höhenmeter oberhalb.

Wolken über dem Fljótsvatn

Diese 100 Höhenmeter haben wir gestern ja bereits ohne Gepäck hinter uns gebracht und es stellt sich heraus, dass sie mit dem zusätzlichen Gewicht sehr anstrengend sind. Der gut 2 Stunden andauernde Regen in der Nacht hat das Moos ordentlich nass werden lassen, sodass die ohnehin schon klammen Schuhe einiges mitmachen müssen.

Die Wolken hängen heute bis hinunter zu den Gipfeln der umliegenden Berge und die Luft ist gesättigt von Feuchtigkeit und wir sehr schnell völlig durchgeschwitzt. Es nützt jedoch alles nichts, der Berg will bezwungen werden, damit wir in den nächsten Tagen die Ruhe in Hesteyri genießen können.

Nachdem wir den ersten Anstieg gemeistert haben zeigt sich die ganze Schönheit dieses Ortes. Von allen Seiten fallen Flüsse den Berg hinab und überall gibt es schöne Wasserfälle zu sehen. Wir müssen uns tatsächlich komplett auf unser GPS verlassen, denn ein Weg ist nirgendwo zu erkennen. Wir suchen im Gelände immer wieder nach Landmarken, über die wir die steileren Stücke bewältigen können.

Gut 100 Meter unterhalb des Gipfels erreichen wir ein riesiges Geröllfeld mit teilweise meterhohen Blöcken, einfach sagenhaft, was dieses Land zu bieten hat. Auf diesem steilen Stück muss man jeden Stein prüfen, bevor man sein Gewicht verlagert, um nicht wegzurutschen.

Weiter geht es durch ein Schneefeld und dann gut 50 Meter unterhalb des höchsten Punktes endlich ein Pfad. Gut so, denn das ist das bei weitem steilste Stück und ohne diesen wären wir nur schwerlich dort hinauf gekommen.

Oben angekommen wieder ein Hochplateau mit Steinhaufen, die uns den Weg weisen. Hier versuchen wir noch kurz die Blogbeiträge der vergangenen Tage hochzuladen, doch leider reicht der Empfang für diese Datenmengen nicht aus. Also musstet ihr euch alle noch ein wenig länger gedulden. Immerhin für eine kurze Nachricht an die Familie ist genug Datendurchsatz vorhanden.

Phillips provisorische LTE-Antenne. Leider mit zu wenig Datendurchsatz.

Wir lassen das Plateau hinter uns. Immerhin der Abstieg ist insgesamt deutlich moderater, Wege oder Markierungen sucht man jedoch auch hier vergeblich. Zwei steilere Stücke müssen wir dennoch passieren, aber uns kann so schnell nichts mehr schocken. Auch die Schneefelder passieren wir mittlerweile mit mehr Gelassenheit und wissen worauf zu achten ist. Auf jeden Fall sollte man vorher immer gut schauen, wo die Felder von Bächen unterspült werden, damit man dort nicht einbricht.

Gut 200 Höhenmeter oberhalb von Hesteyri beginnt das uns so vertraute Marschland. Auch hier können wir die tückischen Stellen mittlerweile umschiffen und die Aussicht auf das Tal genießen. Auf dem Weg runter hätten wir die Schneehühner in ihrem Sommerkleid beinahe übersehen.

Ein Schneehuhn im Sommerkleid.

Auch auf dieser Seite kommen von allen Seiten Wasserströme, die sich im Tal zu einem Fluss verbinden. Wir müssen die Zuflüsse mehrfach kreuzen, finden aber immer wieder Stellen, an denen wir unsere Schuhe nicht ausziehen müssen.

Im Tal bauen wir zum letzten Mal unser Zelt auf und machen alles bereit für die Nacht. In Sachen Trekkingnahrung hatten wir wohl nur am ersten Abend Pech, bis jetzt hat alles andere mit ein bisschen frisch gemahlenem Salz und Pfeffer sehr gut geschmeckt.